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Pflanzliches für den Hals

Husten- und Heilkräutertees können getrunken bzw. gegurgelt werden. Sie lindern bei Erkältungen Heiserkeit sowie Kratzen und Brennen im Hals. Foto: Fotolia/Gina Sanders

14.02.2017 . In der kalten Jahreszeit haben Erkältungskrankheiten Hochkonjunktur. Weil Antibiotika nur gegen Bakterien wirken, hier aber meist Viren die Auslöser sind, ist die Einnahme eines Antibiotikums nicht sinnvoll.

Empfehlenswerter ist es, dem Körper genügend Ruhe und Wärme zu gönnen, damit das Immunsystem die eingedrungenen Erkältungserreger bekämpfen kann. Gegen Halskratzen und Schluckbeschwerden helfen allerlei Heilpflanzen.

Lutschen, gurgeln, trinken

Aufgüsse aus Heilpflanzen, das sind Tees, können getrunken oder zum Gurgeln verwendet werden. Gurgellösungen lindern überwiegend im vorderen Rachenbereich, dort wo die Gurgellösung Kontakt mit der Rachenschleimhaut hat. In tieferen Regionen wird ein Würge­reflex ausgelöst, der die Benetzung tieferer Bereiche verhindert. Daher gelangt eine Gurgellösung gar nicht tief genug, um bei Heiserkeit gegen die Entzündung im Kehlkopfbereich zu wirken. Durch Lutschtabletten werden auch tiefere Rachenabschnitte benetzt. Außerdem regen sie die Speichelbildung an, sodass die Schleimhäute besser befeuchtet werden. 

Lutschtabletten aus Eibischwurzel oder Isländisch Moos enthalten einen hohen Anteil an Schleimstoffen. Beim Lutschen legen sie sich wie ein Schutzfilm über die gereizten Schleimhäute und lindern so Kratzen und Brennen im Hals. Sie regenerieren nicht nur die Schleimhäute, sondern lassen sich auch vorbeugend lutschen, wenn bei Rednern oder Sängern die Stimme stark beansprucht ist.

Vorbeugung ist auch sinnvoll bei trockener Luft durch Heizung oder Klimaanlagen. Vom Eibisch, einem heimischen Malvengewächs, werden die Wurzeln zur Arzneigewinnung genutzt. Zum Lutschen ist zum Beispiel EmEukal Pro oder Phyto­hustil als Saft im Handel. Das Isländisch Moos kommt als Flechte in nordischen Ländern auf Felsen und auf dem Erdboden vor. In Form von Isla Moos Pastillen gibt es verschiedene Geschmacksrichtungen und auch zuckerfreie Varianten.

Salbei- und Thymiantee

Salbei, eine Gewürz- und Heilpflanze aus den Mittelmeerraum, wird als Teezubereitung zum Gurgeln empfohlen. Getrunken wird Salbei hingegen bei übermäßigem Schwitzen oder zum Abstillen. Die enthaltenen Öle und Gerbstoffe wirken keimabtötend bzw. zusammenziehend, was Halsentzündungen hervorragend lindert. Beliebt sind Bonbons zum Lutschen. Als Tinktur zum Verdünnen und Gurgeln ist zum Beispiel Salviathymol erhältlich.

Wer neben der Heiserkeit auch lästigen Reizhusten bekämpfen will, kann Ipalat versuchen. Diese Lutsch­pastillen enthalten schleimlösende und reizlindernde Schlüsselblumenwurzel, Anis und Fenchel. Die schleimlösende Wirkung findet sich ebenfalls in Bronchicum-Pastillen mit Thymian, der darüber hinaus entzündungshemmend und antibakteriell wirkt. Thymian bietet sich auch als Tee zum Trinken an und ist Bestandteil vieler Hustenteemischungen.

Wegen der reizlindernden und schleimlösenden Wirkung wird Süßholzwurzel gern bei Heiserkeit und Halsbeschwerden eingesetzt. Nicht nur wegen ihres süßen Geschmacks, sondern auch wegen ihrer schleimverflüssigenden und entzündungshemmenden Wirkung wird sie in Hustenteemischungen verwendet.

Auch ein Halsspray, etwa von Kamillosan mit Kamillenextrakt oder RephaOs, kann eine gute Hilfe sein. Wer unter Heiserkeit leidet, braucht Maßnahmen, die in den tieferen Hals- und Rachenbezirken wirken. Dann lassen sich Weichgelatinekapseln mit ätherischen Ölen einnehmen wie beispielsweise von Gelomyrtol, Soledum  oder Aspecton erhältlich.

Die Wirkstoffe gelangen über die Blutbahn an den Ort der Entzündung. Damit das funktioniert und sich die Kapseln nicht schon im Magen auflösen, sind sie magensaftresistent überzogen. Sie werden eine halbe Stunde vor den Hauptmahlzeiten mit kalter Flüssigkeit eingenommen. Heiße Getränke oder Speisen würden die Gelatinehülle zu früh zum Schmelzen bringen.

Inhalieren ätherischer Öle

Lindernd auf entzündete Schleimhäute im Kehlkopfbereich und somit auf Heiserkeit wirken auch ätherische Öle, die inhaliert werden. Auf altbewährte Weise mit Schüssel, heißem Wasser und einem großen Handtuch über dem Kopf lassen sich ätherische Öle wie Latschenkiefer-, Eukalyptus- oder Thymianöl inhalieren. Diese Öle sind auch in Salben wie Pinimenthol oder Transpulmin enthalten. Die Salben können ebenso ins heiße Wasser gegeben werden. Scharf riechende Öle wie Japanische Minze wirken nicht besser als die milden Vertreter, sie reizen nur mehr. 

Viele Patienten schwören auf Kamillenblüten, deren ätherisches Öl gut gegen Entzündungen wirkt. Die Blüten werden direkt in das heiße Wasser gegeben. Etwas komfortabler ist das Inhalieren mit einem Kunststoffgefäß mit Aufsatz als Inhalator. Wer einen elektrischen Vernebler zum Inhalieren besitzt, lese bitte nach, welche Präparate zum Inhalieren verwendet werden dürfen. Kokemoor

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