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Krätze ist wieder auf dem Vormarsch

Eines der bevorzugten Gebiete der Krätze ist die Kuhle zwischen den Fingern. Foto: Fotolia/Artemida-psy

05.12.2016 . Es gibt wieder mehr Krätze-Fälle. Laut einer Umfrage von RP online bei den Gesundheitsämtern in NRW steigen die Fallzahlen in vielen Städten. Besonders betroffen ist die Region Aachen. Hier stieg die Zahl der gemeldeten Fälle von 11 im Jahr 2013 auf 316 in diesem Jahr. Grund zur Sorge besteht aber nicht.

Verursacher der Krätze, die medizinisch als Scabies bezeichnet wird, sind Krätzmilben, die bei Hautkontakt übertragen werden. Sie graben sich in die Haut und legen dort ihre Eier ab. Eier und Kot der Milben lösen eine allergische Reaktion aus. Die Folgen sind Rötungen, Krusten und Bläschen sowie ein starker Juckreiz.

Die Krankheit wird über Hautkontakt übertragen. Ein kurzes Händeschütteln reicht dafür aber nicht aus, sagte Andreas Körber, Dermatologe an der Uniklinik Essen. Je länger und intensiver der Hautkontakt ist, umso größer ist die Ansteckungsgefahr. Deshalb sind Einrichtungen wie Kitas, Schulen, Altenheime und Flüchtlingsunterkünfte besonders gefährdet. Gemeinschaftseinrichtungen unterliegen einer Meldepflicht, Haus­ärzte jedoch nicht.

Neues Medikament erleichtert die Therapie

Ein Grund für die rasche Ausbreitung der Krätze ist die schwierige Diagnose. Das klinische Erscheinungsbild hat sich in den vergangenen Jahren gewandelt. Heute gleicht es einem Ekzem. Ist die Krankheit erst diagnostiziert, lässt sie sich gut behandeln, zum Beispiel mit einer Creme, die auf die gesamte Haut aufgetragen wird. In diesem Jahr wurde ein Medikament mit dem Wirkstoff Ivermectin zugelassen. Es wird oral eingenommen und tötet innerhalb von 24 Stunden alle Milben ab.

Aufwändige Hygienemaßnahmen

Zusätzlich zur medikamentösen Behandlung sind umfangreiche Hygienemaßnahmen erforderlich: Ein Infoflyer der Städteregion Aachen gibt dazu folgende Hinweise: Kleidung, Handtücher und Bettwäsche sind täglich zu wechseln und bei 60 °C zu waschen. Was nicht gewaschen werden kann, muss sieben Tage gut verschlossen in einen Plastiksack gepackt und trocken und warm gelagert werden. Polster, Möbel, Matratzen und Fußböden müssen mehrmals täglich abgesaugt werden. Wul

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