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Das geht unter die Haut

Lassen Sie sich vom Tätowierer bestätigen, dass die verwendeten Farben der deutschen Gesetzgebung entsprechen und frei von Azofarbstoffen sind.  Foto: Fotolia/Peter Atkins

20.12.2016 . Tattoos sind als Körperschmuck in allen gesellschaftlichen Schichten verbreitet. Sie stehen für Individualität und Trendbewusstsein. Ähnliches gilt für Piercings.

Wer sich dafür interessiert, sollte unbedingt ein professionell arbeitendes Studio mit guten Referenzen aufsuchen. Das Studio muss die gängigen Hygienevorschriften einhalten, weil sonst Infektionen mit Hepatitis C oder HIV übertragen werden können. In einem Vorgespräch sollte sich der Kunde ausführlich beraten lassen und über Risiken, Allergien, Komplikationen und die anschließende Wundpflege informieren.

Vorher etwas essen

Kunden unter 18 Jahren benötigen eine schriftliche Erlaubnis der Eltern, denn sonst macht sich der Tätowierer oder Piercer strafbar. Nicht tätowiert werden dürfen Dia­betiker, Schwangere oder Menschen mit Herzerkrankungen oder Blutgerinnungsstörungen. Abzuraten ist auch, wenn jemand unter Allergien, Ekzemen oder offenen Wunden leidet.

Um Kreislaufbeschwerden vorzubeugen, ist es ratsam, vor dem Termin etwas zu essen. Außerdem wird dadurch der Schmerz weniger intensiv empfunden. Wenigstens 24 Stunden vorher sind Alkohol, größere Mengen an Kaffee und blutgerinnungshemmende Medikamente und manche Schmerzmittel tabu. Die Hautstelle wird rasiert und desinfiziert. Der Tätowierer arbeitet mit sterilen Einwegnadeln und frischen Einweghandschuhen.

Er versorgt die Wunde anschließend mit einer desinfizierenden Salbe und einer Abdeckung aus Folienverband. Damit das Tattoo seine klaren Linien und schönen Farben behält und nicht ausläuft, darf der Folienverband erst nach sechs bis zwölf Stunden entfernt werden. Überschüssige Salbe wird mit reichlich lauwarmem Wasser und einer milden Waschlotion sanft mit der flachen Hand abgewaschen. Nach vorsichtigem Trockentupfen wird die Haut dünn mit einer Heilsalbe eingecremt.

Empfehlenswert sind zum Beispiel Bepanthen antiseptische Wundcreme oder Ringelblumensalbe. Relativ neu ist die Serie Tattoomed, bei der es eine hautberuhigende Creme, Reinigungslotion und Sonnenschutz gibt. Nach dem Auftragen der Heilsalbe wird wieder ein Folienverband angelegt. Creme und Folienverband wiederholen sich, bis ab dem vierten Tag kein Verband mehr nötig ist.

Starre Kruste unerwünscht

Das Eincremen wird vom ersten Tag an alle zwei bis drei Stunden empfohlen, auf jeden Fall immer, wenn das Tattoo matt aussieht. Das häufige Abwaschen und Eincremen soll dazu dienen, dass sich kein starrer Wundschorf bildet. Erwünscht ist nur eine dünne Schorfschicht durch austretendes Wundwasser. Die Kruste fällt nach fünf bis sieben Tagen ab. Die neue Haut, die sich darunter gebildet hat, ist noch sehr empfindlich. Statt der Heilsalbe kann ab jetzt zwei- bis dreimal täglich für 14 Tage lang mit einer milden Körperlotion gecremt werden.

Während die Wunde abheilt, darf die Haut nicht schwitzen. Also kein Sport! Die tätowierte Stelle darf nicht nass werden, um zu verhindern, dass die Haut aufweicht. Kratzen ist ebenfalls verboten. Chlor- und Salzwasser können das Tattoo zerstören. Jegliche Sonnen­einstrahlung ist für acht Wochen zu vermeiden, denn Hitzeverbrennungen können das Tattoo unscharf und vernarbt erscheinen lassen. Im Freien muss die tätowierte Stelle also immer mit einem Sonnenschutz mit mindestens Faktor 30 abgedeckt werden.

Tattoos nicht ohne Risiko

Weil in tiefere Hautschichten gestochen wird, können Allergien, Entzündungen oder dauerhafte Hautschäden auftreten. Sonnenlicht kann ebenfalls Allergien verursachen. Die lichtechten, farbbrillanten und günstig produzierten Tattoofarben sind auch nicht ohne Risiko: Keineswegs selten enthalten sie giftige Azofarbstoffe, nickelhaltige Verbindungen, Nitrosamine oder Phenole. Damit sind Krebs- und Allergiegefahr verbunden.

Cadmium kommt in gelben Farben vor und kann nicht nur zusammen mit Sonnenlicht starke Hautreizungen hervorrufen, sondern löst möglicherweise Krebs aus. Schwarze Tinten mit dem Rußfarbstoff Carbon Black können krebserregende aromatische Amine enthalten. Trägerstoffe und Konservierungsmittel stellen weitere Probleme dar.

Tätowierfarben wandern im Körper. Größere Mengen lassen sich bereits nach sechs Wochen in Lymphknoten wiederfinden. Was passiert, wenn sich die Farben über viele Jahre durch den Einfluss von Sonnenlicht zersetzen, weiß bislang niemand. Daher gibt es noch keine abschließende Beurteilung des Hautkrebsrisikos. Kokemoor

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