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Sehnerventzündung

Angriff auf den Sehnerv

Ist der Sehnerv entzündet, lässt auch die Sehschärfe auf dem Auge nach. Ursache dafür ist häufig eine Grunderkrankung wie die Multiple Sklerose.

Bei einer Sehnerventzünung kann der Augenarzt die Dicke der Nervenschicht im hinteren Auge mittels Optischer Kohärenztomografie (OCT) messen.

Auf einem Auge sehen Sie schwach und haben Schmerzen, wenn sie es bewegen? Und der Augenarzt kann unter der Augenlupe nichts Ungewöhnliches feststellen? In dem Fall läuten bei dem Arzt die Alarmglocken. „Der Patient sieht nichts, der Arzt sieht nichts“, heißt der klassische Spruch bei Sehnerventzündung. Zusätzliche Untersuchungen sind nötig. Bestätigt sich die – eher seltene – Diagnose Sehnerventzündung, ist dies ein Hinweis auf eine schwere Grunderkrankung, vor allem der Multiplen Sklerose (MS). Diese Autoimmunkrankheit des zentralen Nervensystems betrifft rund 4 von 100 000 Personen pro Jahr.

Körper schädigt Nerven

Alle Symptome der MS sind auf Schädigungen bestimmter Nerven zurückzuführen, so auch die typische Sehnerventzündung. Hier greift das Immunsystem die schützende Myelin-Hülle der Sehnervenfasern an. Die Immunzellen greifen häufig Fasern an, die für das scharfe, zentrale Sehen und das Sehen von rotem Licht zuständig sind. Der Patient sieht weniger scharf und Farben blasser.

Der Augenarzt testet, wo im Gesichtsfeld der Patient scharf sieht und wo nicht. Er kann außerdem prüfen, wie schnell speziell erzeugte Signale von den Sehzellen über die zugehörigen Nerven ins Gehirn geleitet werden. Ist die Weiterleitung langsamer als üblich, weist dies auf Schäden an Myelin-Hüllen hin.

Um den Verlauf der Entzündung zu kontrollieren, kartiert der Augenarzt die Dicke der Nervenschicht im hinteren Auge. Sie ermöglicht den genauen Vergleich der jeweiligen Nervenschichtdicke über Jahre hinweg.

Die Diagnose der MS und die Behandlung der akuten Sehnerventzündung übernehmen Neurologen. Hierzu prüfen sie, ob in Gehirn und Rückenmark und speziell am Sehnerv Orte zu finden sind, wo Nervenfasern angegriffen wurden.

Es wird mit Cortison therapiert

Diese Herde oder Läsionen finden sie über eine Magnetresonanztomographie (MRT) des Rückenmarks und des Kopfes, mit besonderem Augenmerk auf den Sehnerv. Außerdem enthält die Gehirn- und Rückenmarksflüssigkeit bei MS bestimmte Antikörper, also Eiweiße des Immunsystems, die im Labor nachgewiesen werden können.

Akut wird die typische Sehnerventzündung mit hochdosierten Cortisongaben stationär behandelt. So fallen Schäden an den Sehnervfasern geringer aus. Ein Verlust an Sehschärfe ist jedoch nicht ausgeschlossen. Außerdem wird die Multiple Sklerose mit einer „Basisbehandlung“ über einen längeren Zeitraum weiter behandelt.

Atypische Sehnerventzündungen

Nicht immer hängt eine Sehnerventzündung mit einer Multiplen Sklerose (MS) zusammen. Es können auch andere Grunderkrankungen dahinter stecken wie Sarkoidose, Lupus erythematodes oder Neuromyelitis optica. Diese atypischen Entzündungen betreffen auch jüngere und ältere Altersgruppen und treten teils in beiden Augen auf. Auch schwere bakterielle Infekte wie Borreliose durch Zeckenbiss und Syphilis können atypische Sehnerventzündungen hervorrufen. Vor allem bei Kindern - aber sehr selten - folgt ein solche Entzündung auf eine virale Lungenentzündung. Akut behandeln Neurologen die Entzündungen mit Cortison. Die Grunderkrankung wird individuell therapiert, zum Beispiel die Borreliose mit Antibiotika.

Den vollständigen Beitrag lesen Sie auf den Gesundheitsseiten der Ausgabe 22 im Wochenblatt für Landwirtschaft & Landleben vom 30. Mai 2019.

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